Veranstaltungen Forschung
Forschungsforum
Aktuelles aus der Forschung sowie der Entwicklung und Erschließung der Künste an der BrucknerUni
Mit dem Forschungsforum hat die BrucknerUni eine Plattform für alle Forschenden unseres Hauses geschaffen, die darauf abzielt, den Austausch zwischen Wissenschaftler*innen und Künstler*innen zu fördern, fachinterne und interdisziplinäre Debatten weiterzuentwickeln sowie neue Forschungsansätze vorzustellen und zu diskutieren. Zweimal pro Semester präsentieren Forschende der BrucknerUni in diesem Rahmen ihre laufenden Forschungsprojekte und stellen sie zur Diskussion. Zudem werden auch externe Gäste zu Vorträgen und Diskussionsrunden eingeladen.
Nächste Termine
4. November 2026 | Reinhart-von-Gutzeit-Saal
20. Januar 2027 | Sonic Lab
3. März 2027 | Sonic Lab
16. Juni 2027 | Sonic Lab
Änderungen vorbehalten!
Vergangene Veranstaltungen
MusikpädagogikForschung
Einblicke in Methoden, Erkenntnisse und Forschungspraktiken in der Musikpädagogik
Vorträge von Stephan Hametner, Katharina Knoll, Michaela Vaught & Veronika Ehm (EDUCULT), Bianka Wüstehube sowie Irena Müller-Brozović
Musikpädagogik als Wissenschaftsdisziplin: Zähmungsversuch eines Drachens
Im Rahmen seines Vortrages stellte Stephan Hametner einige grundlegende Überlegungen zur Problematik des Verhältnisses von wissenschaftlicher Erkenntnisarbeit und Musikpädagogik an. Unter Einbeziehung von Niklas Luhmanns Theorie der sozialen Systeme wurde der unabdingbare Stellenwert von Evidenz- und Gütekriterien für wissenschaftliches Arbeiten reflektiert sowie das vermutete Potenzial wissenschaftlicher Operatoren (d. h., Verben, die wissenschaftliches Handeln beschreiben) für akademische Qualifizierungsarbeiten herausgearbeitet.
Kunstlabor BrucknerUni – Betrachtung eines Angebots zur ästhetischen Wahrnehmung durch kunstspartenübergreifendes Gestalten aus unterschiedlichen Forschungsperspektiven
Katharina Knoll und Michaela Vaught gaben Einblick in die Entwicklung des Formats an der ABU nach der Strategie von Design-Based Research. Im Wintersemester 2025/26 wurde das Format außerhalb des universitären Kontexts in Kooperation mit dem KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst sowie der Grillparzer Volksschule und Musikschule St. Pölten angewendet. Veronika Ehm (EDUCULT) untersuchte in diesem Kooperationsprojekt anhand der phänomenologischen Vignettenforschung Momente ästhetischer Erfahrung. Sie stellte ihre Forschungsmethode vor und erläuterte diese mithilfe praktischer Beispiele aus dem Kunstlabor.
Instrumental(Gesangs)pädagogik: Von der Koexistenz verschiedener Wissensformen
Die Wissenschaft und Forschung in der Instrumental(Gesangs)pädagogik (IGP) sind noch jung: Das erste Fachbuch erschien 1990. Der Vortrag von Bianka Wüstehube bot einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der Themen und Forschungsfelder der IGP und beleuchtete die besonderen Bedingungen von Wissenschaft und Forschung in einer künstlerisch-pädagogischen Disziplin.
Brückenbauerin, Eigenbrötlerin oder Sprengmeisterin? Musikvermittlung zwischen Praxis, Lehre und Forschung
Der Vortrag von Irena Müller-Brozović zeichnete die Entwicklung von Musikvermittlung seit den frühen 2000er Jahren als Querschnittsdisziplin nach, die Akteur*innen aus den Bereichen Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Musiksoziologie, Musikmanagement und Musikperformance vereint. Im Fokus stand das Spannungsverhältnis zwischen wachsender wissenschaftlicher Ausrichtung und heterogenen, häufig prekären Praxisbedingungen.
Das erste Forschungsforum des Sommersemesters 2026 wagte einen Blick in die Gegenwart und Zukunft der Forschung an der ABU. Auf dem Programm standen sowohl Vorstellungen geplanter Projekte aus dem Bereich der künstlerischen Forschung als auch ein Forschungsbericht aus einem bereits laufenden Projekt.
Neues aus der Forschung
Lingue che mancano—Genesis of an Artistic Research Project
Vittoria Ecclesia (ABU)
Corpography
Christoph Hubatschke (IT:U Linz), Damián Cortes Alberti und Rose Breuss (ABU)
Fortschritte bei der Modellierung musikalischer Form
Johannes Hentschel und Maik Köster (ABU)
Die Weimarer Orgeltabulatur – ein Krimi um Bachs älteste erhaltene Notenhandschriften
Michael Maul (Intendant Bachfest Leipzig)
Musik, Gesellschaft, Gesundheit
Der Einfluss von Musik und Tanz auf körperliche wie geistige Gesundheit und damit auch auf die Gesellschaft ist ein Thema, das bereits seit der Antike intensiv reflektiert wird. Schon damals wurde überlegt, wie sich harmonische Verhältnisse auf das Gemüt und die Gesundheit des Menschen auswirken, oder wie Musik bei der Erziehung genutzt werden kann. Heute findet sich das Thema in Bestsellerlisten wieder, und vielfältige Formen der Musiktherapie sind fester Bestandteil des modernen Gesundheitswesens.
Acoustic Neuromodulation in Developmental and Epileptic Encephalolopathy: Exploring Effects on EEG and Seizure Burden
Sharon Samueli (KUK)
Binaurale Soundstimulation im 10Hz-Frequenzband und dessen Wirkung auf die parietale Alpha-Power
Christian Frauscher (ABU)
The Needs of NEETs
Darrel Toulon (ABU)
Zwischen Überlieferung und moderner Realisierung – neue Forschungsansätze im Bereich historisch informierter Aufführungspraxis
Johann David Heinichens „Der General-Bass in der Composition“: Ein Fundus zur Anleitung im Generalbass-Spiel
Alexandra Helldorff
3D-Printed Baroque Flutes: Early Music and New Technologies
Enrico Coden
“dann und wann trifft man ihrer an die wohl gar sechs haben”: Investigating Textual Evidence of 6-String Baroque Violoncelli
Erin Lupardus
Das Nikolaus Harnoncourt Zentrum – Brücken bauen und Grenzen überschreiten
Nikolaus Harnoncourt ist zurück zu den Quellen gegangen, um jede Aufführung zu einer „Uraufführung“ zu machen. Dieses Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft ist seinen Interpretationen eigen. Für ein Forschungszentrum, das seinen Namen trägt, wiederholt sich die Herausforderung: Wie führen wir etwas weiter, das eben darin besteht, immer neue Wege zu suchen und zu finden? Sein Erbe weiterzutragen, ohne zu vergessen, dass Harnoncourts Weg historisch kontingent ist und sich nicht ohne Weiteres wiederholen lässt? Das NHZ ist auch kein Museum, das die essentielle Suche nach neuen Entdeckungen zu einem bloßen Gegenstand der historischen Betrachtung umwandelt.
In dieser Podiumsdiskussion setzten wir uns damit auseinander und gingen weiter: Mit welchen Erkenntnissen und Fragen kann Harnoncourt uns heute konfrontieren? Welche Fragen stellen wir uns in unserer Zeit überhaupt?
Einblicke in Beethovens Symphonie Nr. 1 in C-Dur, op. 21 und Harnoncourts Arbeitsweise
Dr. Emil Bernhardt (NHZ)
Harnoncourt als Formanalytiker. Die Dirigierpartitur zu Bruckners Symphonie Nr. 5 in B-Dur, WAB 105
Maik Köster
Podiumsdiskussion mit Univ.-Prof. Dr. Markus Neuwirth (Vizerektor für Forschung an der ABU), Claudia Stobrawa (Leiterin des NHZ), Prof. Dr. Otto Biba (Musikwissenschaftler), Vinzenz Praxmarer (Dirigent) und Erin Lupardus (Prae-Doc an der ABU)
Koordination: Univ.-Prof. Dr. Markus Neuwirth und Claudia Stobrawa
Programmfile