Künstlerische Forschung
Laufende Projekte
| Projekttitel | Embodying Expression, Gender, Charisma — Breaking Boundaries of Classical Instrumental Practices |
| Projektleitung | Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg |
| Team | Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg, künstlerische Forschung Dr. Kai Ginkel, Soziologie Renata Kambarova, künstlerische Forschung |
| Förderung | Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF (Projektnummer AR 749-G) Fördersumme: EUR 375.750,50.- |
| Ort | Anton Bruckner Privatuniversität Linz |
| Laufzeit | 2022–2027 Projekt-Webseite |
| Beschreibung | In Embodying Expression, Gender, Charisma — Breaking Boundaries of Classical Instrumental Practices (deutsch: Verkörperung von Ausdruck, Gender und Charisma – Überwindung von Grenzen klassischer Instrumentalpraktiken) untersuchen die Geigerin, Komponistin und Wissenschaftlerin Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg, der Soziologe Dr. Kai Ginkel und die Flötistin Renata Kambarova, wie der Körper von Performer*innen ein wesentlicher Faktor für musikalischen Ausdruck, Geschlechterwahrnehmung und Charisma ist. Der Körper ist das Medium, durch das Instrumentalist*innen Klang, musikalische Ideen und Emotionen realisieren. Ihr Körper ist sowohl die Emotion als auch der Träger von Klang und musikalischer Idee. Interpret*innen nutzen – bewusst oder unbewusst – Gestik und Mimik sowie die Inszenierung des Körpers als Mittel des Ausdrucks, der Kommunikation und der Interaktion mit dem Publikum. Durch ihre Körperlichkeit geben sie dem Publikum einen Einblick in ihre individuelle, aber auch in ihre inszenierte und kulturell geprägte Persönlichkeit und werden vom Publikum über den Körper ebenso wahrgenommen und interpretiert wie über ihre musikalische Sprache. Das Team versteht die Körperlichkeit der Performer*innen nicht nur über den musikalischen Ausdruck, sondern auch als Technik und Gewohnheit, die durch Training, jahrelange Übung, kulturelle Assoziationen, gelebte Werte und individuelle Persönlichkeit in die Körper eingeschrieben sind. Emotionen und Denkprozesse werden in Gesten erzeugt und dargestellt, körperlicher und künstlerischer Ausdruck sind mit sozialen Botschaften, Bedeutungen und Werten verwoben. Die Körpersprache spielt direkt in das mit dem Publikum geteilte Wertesystem hinein, worüber nicht nur das musikalische Erlebnis, sondern auch Charisma konstruiert wird. Die Forschung des Teams nimmt die westliche klassische Instrumentalpraxis als Ausgangspunkt, bezieht Aufführungen von klassischer bis zeitgenössischer Musik ein und setzt Forschungsergebnisse in neue Kunstwerke für Violine und Multimedia, Installationen, Ausstellungen und Aufführungsformate um. Der Einbezug von drei Generationen von Künstler*innen und Forschenden in das Projekt, die Interdisziplinarität, die Öffnung des Diskurses für Gastkünstler*innen, Forscher*innen und Publikum sowie die Forschungsarbeit in Workshops mit Studierenden werden eine Vielfalt von Perspektiven auf dieses Thema ermöglichen. Der integrative Ansatz ist ein Schlüsselelement für Erkenntnis und Veränderung. |
| Kontakt | Univ. Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg (barbara.lueneburgtyrbrucknerunirat) |
Vergangene Projekte
Projekttitel | Artistic Music Research: Potentiale und Perspektiven für die künstlerische und wissenschaftliche Musikforschung im deutschsprachigen Raum |
| Projektleitung | Dr. Wolf-Georg Zaddach, Leuphana Universität |
| Netzwerkmitglieder (alphabetisch) | Prof. Dr. Michael Ahlers – Professor für Musikdidaktik mit Schwerpunkt Popularmusik, Leuphana Universität Lüneburg Prof.in Dr.in Jean Beers – Piano, Komposition, Artistic Research, Musik und Kunst, Privatuniversität der Stadt Wien Dr.in Evelyn Buyken – Historische Performance Praxis, Musikwissenschaft, Artistic Research, Musikhochschule für Musik und Tanz Köln Dr. Jan Herbst – Musikwissenschaft, Director of Centre for Music, Culture, Identities, University of Huddersfield Dr. Michael Kahr – Jazz-Piano, Musikwissenschaft, Artistic Research, wissenschaftlicher Leiter des Center for Artistic Research in Jazz and Popular Music am JAM Music LAB, Universität für Jazz und Popularmusik Wien, Fachbereichsleiter Jazz an der Gustav Mahler Privatuniversität Klagenfurt Prof.in Dr.in Jin Hyun Kim – Systematische Musikwissenschaft, Humboldt Universität zu Berlin A.o. Univ.-Prof. Johannes Kretz – Komposition und Artistic Research, Leiter des Zentrums für Artistic Research an der mdw Dr.in Wei-Ya Lin – Ethnomusikwissenschaft, Artistic Research, Viola, Senior Artist-Researcher der mdw Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg – Instrumentale Performance Studies, Artistic Research, Violine, Professorin für Artistic Research und Leiterin der Doktoratsprogramme an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz Prof.in Dr.in Nina Noeske – Musikwissenschaft, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und Friedrich-Schiller-Universität Jena Dr. Samuel Penderbayne – Komposition, Artistic Research, Lehrbeauftragter der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Prof. Dr. Martin Pfleiderer – Musikwissenschaft, Geschichte des Jazz und der Popularmusik, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Dr. Wolf-Georg Zaddach – Jazz, Popular Music, Musikwissenschaft, Artistic Research, Leuphana Universität Lüneburg, BIMM Berlin, Studiengangsleitung MA-Programm Popular Music Practice |
| Förderung | Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG (Projektnummer 471875725) |
Orte | Leuphana Universität Deutschland in Kooperation mit Musikuniversitäten in Deutschland, Österreich (u. a. Anton Bruckner Privatuniversität Linz) und Großbritannien |
Laufzeit | 2022–2025 |
Beschreibung | Übergeordnetes Ziel des Netzwerkes ist, die Bedingungen und Entwicklungshorizonte für Artistic Music Research als Forschungsdisziplin innerhalb der deutschsprachigen Forschungslandschaft zu erörtern und lösungsorientiert zu gestalten. Im Fokus stehen dabei a) die Wissens- und Forschungskonzepte künstlerischer Musikforschung, b) die Potentiale für die wissenschaftliche Musikforschung und c) Entwicklungshorizonte und Herausforderungen der künstlerischen Musikforschung sowie für die Musikausbildung an Hochschulen und Universitäten. Dabei sollen gleichermaßen die Methoden, Gütekriterien und Vermittlung einer gelingenden künstlerischen Musikforschung sowie die Potentiale, Problemstellungen und Herausforderungen für die wissenschaftliche Musikforschung in den Blick genommen werden. Hierbei sollen auch grundlegende Fragen für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen künstlerischer und wissenschaftlicher Musikforschung und die Einbindung in universitäre Kontexte diskutiert und mit der Entwicklung von Lösungsansätzen begleitet werden. |
Publikationen | Lüneburg, Barbara. 2023. „Knowledge Production in Artistic Research–Opportunities and Challenges“. Music and Practice 10. Online: https://www.musicandpractice.org/knowledge-production-in-artistic-research-opportunities-and-challenges/ DOI: 10.32063/1009. Zaddach, Wolf-Georg und Kahr, Michael. 2023. „Methods for the 21st Century: Artistic Research as a New Research Paradigm in Popular Music Studies”. In Dines, M. et al. (Hg.): Handbook of Popular Music Methodologies. Bristol: Intellect. Zaddach, Wolf-Georg. 2021. „Artistic Research in der populären Musik? Zu den Potentialen und Herausforderungen einer künstlerischen Musikforschung für die Popular Music Studies“. In M. Ahlers und D.-E. Wikström (Hg.): SAMPLES. Online Publications of the Society for Popular Music Research, Sonderausgabe Power and Threat in the Context of Popular Music. Online: www.gfpm-samples.de/Samples19/Zaddach.pdf |
Projekttitel | Körper – Ausdruck – Charisma: Künstlerische Forschung in der klassischen Solo-Violinpraxis |
| Team | Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg, Dr. Kai Ginkel |
| Projektbeteiligte | Masterstudierende des Faches Violine der ABU Dr. Christian Lutz (Videodokumentation des Workshops) Matthias Kronsteiner (Audiodokumentation des Workshops) |
| Förderung | Interne Forschungsförderung der BrucknerUni Fördersumme EUR 6.970.- |
Ort | Anton Bruckner Privatuniversität Linz |
Laufzeit | 2021–2022 |
Beschreibung | Der Körper ist das ‚Werkzeug‘, über das Instrumentalist*innen Klangvorstellungen, musikalische Ideen und Emotionen umsetzen, gleichzeitig ist der Körper Teil der Emotion, des Klangs und der musikalischen Idee. Die Pilotstudie adressierte, welche Rolle der Körper für Ausdruck und Charisma im eigenen Tun von Interpret*innen und für die Wahrnehmung des Publikums spielt. Der theoretische Kontext der Untersuchung kam aus der künstlerischen Forschung, den instrumentalen Performance Studies, der Phänomenologie und der Soziologie der Praktiken. Über drei Workshopnachmittage von jeweils drei bis fünf Stunden im Studienjahr 2021/2022 wurde eine Gruppe von Masterstudierenden der ABU an die Re-enacting-Embodiment-Methode, an Prinzipien der künstlerischen Forschung sowie das Konzept ‚Charisma‘ in Theorie und Praxis herangeführt. Der Workshop diente darüber hinaus als Materialsammlung für die weitere Forschung des Soziologen Dr. Kai Ginkel. Das Forschungsprojekt Körper – Ausdruck – Charisma diente als Pilotprojekt zum erfolgreich eingeworbenen FWF-Drittelmittelantrag für das dreieinhalbjährige PEEK-Forschungsprojekt Embodying Expression, Gender, Charisma — Breaking Boundaries of Classical Instrumental Practices (AR 749 G, Österreichischer Wissenschaftsfonds). |
Kontakt | Univ. Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg (barbara.lueneburgtyrbrucknerunirat) |
Projekttitel | GAPPP-Gamified Audiovisual Performance and Performance Practice |
| Kooperationen | Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Institut für Elektronische Musik und Akustik IEM Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Institut für Theorie und Geschichte |
| Förderung | Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF PEEK-Projekt zur künstlerischen Forschung (PEEK AR 364-G24) |
Orte | Graz / Linz |
Laufzeit | 2016–2021 |
Beschreibung | Bei GAPPP-Gamified Audiovisual Performance and Performance Practice geht es um die Verwendung von Strukturen, Ästhetiken und typischen Spielmechanismen aus Computergames in audiovisueller Kunst und die Frage, welches kompositorisch-künstlerische, welches performativ-freiheitliche und welches engagierende Potential dieses Medium für die Kunstschaffenden, für die Performer*innen und für ihr Publikum hat. Wir erforschten, ob und wie Game Elemente und Prinzipien und Interaktionen, die von der Welt der Computergames genommen sind, innovatives ästhetisches Potential für die Kunstwerke und Performancepraxis bieten, und ob darüber hinaus neue Modelle der Involviertheit von Spieler*innen wie Publikum entwickelt werden können. Marko Ciciliani und Barbara Lüneburg Gamified Audiovisual Works — Composition, Perception, Performance Barbara Lüneburg Between Art and Game: Performance Practice in the Gamified Audiovisual Artworks of GAPPP LUDIFIED 400 Seiten inklusive USB-Stick mit über vier Stunden Videomaterial Link zu einer Rezension von Falk Hübner in FORUM+ vol. 28 nr. 3, pp. 78-80: |
Publikationen | Julian Kämper: Regelbrüche komponieren – Kompositionen zwischen Musik und Videospiel Publiziert in: MusikTexte 155, 2017. Julian Kämper: Gameboys. Komposition zwischen Musik und Videospiel Radio feature bei BR KLASSIK Horizonte, 18.05.2017. |
Kontakt | Univ.-Prof. Dr. Marko Ciciliani, Projektleitung, Kunstuniversität Graz (marko.cicilianityrkug.acrat) Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Lüneburg, Hauptforscherin Performance Studies, Anton Bruckner Privatuniversität Linz (barbara.lueneburgtyrbrucknerunirat) |