Mag.
Balázs
Máté
Balázs MÁTÉ (geb. 1965 in Budapest) begann seine Violoncellostudien mit 8 Jahren. 1979-83 war er Student des "Béla Bartók Musikgymnasiums Budapest", wo er bei László Szilvásy - dem Schüler des legendären spanischen Cellovirtuosen, Gaspar Cassadó - studiert hat. 1983-88 Student der "Franz Liszt Musikakademie Budapest". Seine Professoren: Tamás Koó (Violoncello), Ferenc Rados und György Kurtág (Kammermusik). Das Diplom legte er mit Auszeichnung ab.
1985 wurde er Mitglied des "Ungarischen Nationalphilharmonischen Orchesters", eines der drei Spitzenorchester Ungarns. Diese Stelle behielt er bis 1992. Danach wurde er für einige Jahre Kammermusik-professor des "Leo Weiner Musikgymnasiums Budapest".
Er interessierte sich schon früh für die historische Aufführungspraxis alter Musik und studierte 1990-92 Barockcello am Königlich Holländischen Konservatorium Den Haag bei Jaap ter Linden. 1992 erwarb er hier sein Künstlerdiplom im Fach Barockcello. Er nahm auch Kammermusikstunden am Mozarteum Salzburg bei Nikolaus Harnoncourt.
Er ist Gründungsmitglied des ungarischen Barockorchesters "Concerto armonico" und des "Trio Cristofori". Seit den 90-er Jahren ist er auch international tätig und wurde Solocellist in folgenden weltberühmten Barockorchestern und Ensembles:
seit 1991 "Le Concert des Nations" (J. Savall)
seit 1994 "Wiener Akademie (M.Haselböck)
1997 bis 2002 "Les Musiciens du Louvre" (M. Minkowski)
seit 1994 „The Rare Fruits Council” (M.Kraemer)
seit 2001 „Austrian Baroque Company” (M.Oman)
Er wirkte bei mehreren Konzerten der folgenden Orchester mit:
Neue Hofkapelle München (Chr. Hammer)
Concerto Köln
Akademie für Alte Musik Berlin
Amsterdam Baroque Orchestra (T. Koopman)
Nederlandse Bachvereeniging (J. van Veldhoven)
Concentus Musicus Wien (N. Harnoncourt)
Harmonie Universelle (F. Deuter)
Cappella Mediterranea (L. Garcia-Alarcón)
Le Concert de la Loge (J. Chauvin)
Caffé Zimmermann (P. Valetti)
1995 gründete er das Barockensemble Aura musicale, dessen Leiter er ist. Mit diesem und auch als Solist gab er viele Konzerte u.a. an folgenden bedeutenden Festivals:
Tage Alter Musik Würzburg
Tage Alter Musik Sopron
Schleswig-Holstein Musikfestival
Bachwochen Thun
Festival Bach de Lausanne
Cervantino Mexiko
Innsbrucker Festwochen
Lufthansa Festival London
Bach Marathon Budapest
Händel Marathon Budapest
Bachwoche Budapest
ADMA Concerts Fribourg
Haydn Festspiele Eszterháza
Salzburger Festspiele
Mozartwoche Salzburg
Er machte wichtige CD-Ersteinspielungen für Hungaroton, die von der internationalen Kritik enthusiastisch empfangen wurden. Der Aufnahme "Giuseppe Valentini: 7 Bizzarrie, Op. 2" wurde die renommierte Vivaldi-Auszeichnung der "Fondazione Cini Venedig" verliehen.
Im Bach-jahr 2000 erschienen sämtliche Cellosuiten von J.S.Bach in der Einspielung von Balázs Máté auf Originalinstrumenten bei Hungaroton. Er debütierte als Solist im Oktober 2000 mit grossem Erfolg im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, wo er im gleichen Konzert das Cellokonzert in C-Dur und die Sinfonia concertante in B-Dur von J.Haydn unter der Leitung von Christopher Hogwood spielte. Im gleichen Monat gab er ein Konzert mit Bachschen Solowerken im Wiener Palais Eschenbach. Mit diesen und anderen Programmen trat er schon in fast allen europäischen Ländern, Brasilien, Argentinien, Mexiko, Kanada und Japan auf.
Das Repertoire von Balázs Máté reicht von cca. 1600 (Frescobaldi, da Selma) bis weit in die Romantik (Schumann, Mendelssohn, Brahms, C.Franck) hinein. Er spielt auf folgenden Instrumenten: barockes, romantisches und modernes Violoncello, Violoncello piccolo (4- und 5-Saitig), Basse de violon (BB- oder C-Stimmung). Er ist gesucht auch als Continuocellist in Oratorien- und Opernproduktionen.
2002 gründet er gemeinsam mit L. Paulik, E. Rácz und É. Posvanecz das Streich-quartett Quartetto Luigi Tomasini, das ebenfalls auf Originalinstrumenten musiziert.
Seine ersten Auftritte als Operndirigent fanden 2016 an der Musikakademie Budapest bei einer gefeierten Bühnenproduktion der „Orontea” von A. Cesti statt.
Er ist auch als Lehrer tätig: Er gab viele erfolgreiche Kurse in Österreich (Austrian Baroque Academy), Ungarn (Musikakademie Budapest, Tage Alter Musik Sopron, Miszla Baroque), sowie in den USA (UCLA), Südafrika (Universität Kapstadt und Stellenbosch), der Slowakei (Kunstakademie Banská Bystrica) und Argentinien (Univerität Córdoba und Buenos Aires). Er war 2004-18 der Cellotutor des „European Union Baroque Orchestra”. 2010-2012 leitete er als Professor die von ihm aufgebaute Barockcelloklasse an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn-Bartholdy Leipzig. Seit 2024 ist er Universitätslehrer für Barockcello an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz.
Balázs Máté erhielt 2010 den „Liszt Preis”, den ungarischen Staatspreis für besondere Verdienste im Musikleben.
Er wirkte bei cca. 100 Schallplattenaufnahmen mit und ist solistisch auf folgenden CD-s zu hören:
Discographie:
Vivaldi: Konzerte für Violoncello (Vanguard Classics)
M.G.Monn: Cellokonzert g-moll (Virgin Veritas)
C.Ph.E.Bach: Sämtliche Violoncellokonzerte (Hungaroton)
J.S.Bach: Die 6 Suiten für Violoncello solo (Hungaroton)
G.B.Cirri: 6 Cellokonzerte, Op.14 (Hungaroton)
E.Siprutini: 6 Cellosonaten, Op.7 (Hungaroton)
A.Krafft: 3 Cellosonaten, Op.1; Gran Duo, Op.5 (Hungaroton)
S. Lanzetti: ”Six Solos after an Easy & Elegant Taste” (Hungaroton)
F. Danzi: 4 Duos für Viola und Violoncello (Hungaroton)
(Stand März 2025)